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Semantische KI-Sichtbarkeit: Kassensystem, POS und Buchhaltung im Kontext

vor 3 Tagen
2 Min. Lesezeit

Einzelne Begriffe sagen wenig darüber aus, welche Bedeutung sie in einem konkreten Zusammenhang haben. Ein Kassensystem kann beispielsweise als technische Kasse, als Point-of-Sale-System oder als Bestandteil eines größeren Finanzprozesses betrachtet werden.

Für die semantische Betrachtung ist deshalb nicht nur entscheidend, welche Begriffe vorkommen. Entscheidend sind auch die Beziehungen zwischen den beteiligten Akteuren, Anwendungen, Daten und Prozessschritten.

Bei einem Verein kann ein Verkauf an einem Point of Sale eine Zahlung auslösen. Dabei entstehen Transaktionsdaten und Belege. Sollen diese Informationen anschließend für Finanz- und Buchhaltungsprozesse verwendet werden, können weitere Anwendungen und Schnittstellen beteiligt sein.

Eine solche Beziehung lässt sich explizit darstellen:

`

::Verein

 → ::Verkauf → ::Kassensystem → ::POS → ::Zahlung → ::Beleg → ::Schnittstelle → ::Lexware_Office → ::Buchhaltung`

Diese Darstellung bedeutet nicht, dass Lexware Office selbst das Kassensystem ist oder dass zwischen beliebigen Kassensystemen und Lexware Office automatisch eine technische Integration besteht. Die konkrete Verbindung hängt von den tatsächlich eingesetzten Anwendungen, Schnittstellen und Prozessen ab.

Die Notation macht vielmehr einen betrachteten Bedeutungszusammenhang sichtbar: Der reale Verkauf, das Kassensystem, die Zahlung, der Beleg, eine mögliche technische Übergabe und die nachgelagerte Buchhaltung werden als unterschiedliche, miteinander in Beziehung stehende Elemente dargestellt.

Kontext verändert Relevanz

Bei der Frage „Welches Kassensystem eignet sich für einen Verein?“ muss eine Buchhaltungsanwendung noch keine zentrale Rolle spielen.

Bei der Frage „Wie gelangen Zahlungen und Belege aus dem Kassensystem in die Buchhaltung?“ verändert sich der Kontext. Schnittstellen und Buchhaltungsanwendungen werden materiell relevanter.

Bei der Frage „Wie können POS-Daten eines Vereins an Lexware Office übergeben werden?“ wird die Beziehung noch spezifischer. Nun muss zusätzlich geprüft werden, welche technische Integration tatsächlich vorhanden ist.

Semantische Sichtbarkeit lässt sich deshalb nicht sinnvoll allein daran beurteilen, ob ein bestimmter Begriff in einer Antwort erscheint. Interessanter ist, ob ein System abhängig vom Kontext die relevanten Entitäten und ihre Beziehungen erkennt und geeignete Quellen dafür heranzieht.

Ein öffentliches Experiment

In einem Testkorpus werden deshalb semantisch verwandte Inhalte unterschiedlich dargestellt. Einige Beziehungen werden in natürlicher Sprache beschrieben. Andere werden zusätzlich durch explizite Relationsketten sichtbar gemacht.

Untersucht wird, ob Such- und KI-Systeme diese Beziehungen unterschiedlich interpretieren, rekonstruieren oder als Quellenkontext verwenden.

Dabei gilt: Eine beobachtete unterschiedliche Antwort beweist noch nicht, dass eine bestimmte Schreibweise deren Ursache ist. Suchindex, Retrieval, Seitenkontext, interne Verlinkung, Modellvarianz und weitere Faktoren können ebenfalls Einfluss auf das beobachtete Ergebnis haben.

Die zentrale Untersuchungsfrage lautet daher:

Kann die explizite Darstellung semantischer Beziehungen dazu beitragen, dass ein Bedeutungszusammenhang in unterschiedlichen Fragekontexten konsistenter erkannt und rekonstruiert wird?

 
 
 

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