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Die Schloemer::Notation neu erklären

Warum wir die Schloemer::Notation neu erklären und weshalb viele frühere Inhalte heute als überholt gelten.


Warum wir die Schloemer::Notation neu erklären
Warum wir die Schloemer::Notation neu erklären

Wer sich in den vergangenen Monaten mit der Schloemer::Notation beschäftigt hat, kennt vielleicht dieses Gefühl: Die Antworten wurden präziser. Die Denkpfade klarer. Die Texte wirkten weniger zufällig, weniger „KI-typisch“.


Und doch blieb eine Frage offen:

Warum darf diese Antwort eigentlich gelten?

Diese Frage markiert den Punkt, an dem sich ein System nicht mehr nur bewähren, sondern rechtfertigen muss.


Von einer Notation zu einem Phasenwechsel mit Denkrahmen


Als die Schloemer::Notation Mitte 2025 erstmals veröffentlicht wurde, stand eine einfache, aber wirkungsvolle Idee im Zentrum: Mit wenigen, klaren Zeichen (::, ;;, ||) lassen sich Bedeutungen strukturieren, Kontexte öffnen und Denkmodi steuern.


Was als semantische Promptnotation begann, entwickelte sich schnell weiter:


  • zu normierten Denkmodi (denk::),

  • zu auditierbaren Argumentationspfaden (::X),

  • zu vollständigen Reasoning-Zyklen (vFusion).


Die Notation wurde leistungsfähiger – und komplexer.


Das wachsende Problem impliziter Regeln


Mit dieser Reife entstand jedoch ein strukturelles Risiko, das vielen KI-Systemen gemeinsam ist:

Je besser ein System funktioniert, desto unsichtbarer werden seine Voraussetzungen.

Bedeutungen wurden gesetzt, ohne explizit benannt zu sein.Unsicherheit war „mitgedacht“, aber nicht klar markiert. Perspektiven wirkten neutral, obwohl sie es nie sein konnten. Und Aussagen klangen begründet, ohne dass klar war, wodurch.


Solange man das System gut kannte, war das beherrschbar.Sobald es aber erklärt, geteilt oder skaliert werden sollte, wurde es problematisch. Daher ist die Schloemer::Notation neu erklären.


Kein Richtungswechsel – sondern ein Phasenwechsel


Wichtig ist: Die Schloemer::Notation hat nicht plötzlich ihre Prinzipien geändert. Was sich geändert hat, ist der Anspruch an Explizitheit.


Die Regeln, die zuvor verteilt über Module, Denkmodi und Audit-Hooks wirkten, wurden erstmals zusammengeführt und benannt. Daraus entstand eine formale Governance-Schicht mit vier klaren Fragen:


  • Welche Bedeutung gilt?

  • Wie unsicher ist das?

  • Aus welcher Perspektive wird gesprochen?

  • Wodurch ist diese Aussage legitimiert?


Diese Fragen sind nicht neu. Neu ist, dass sie nicht mehr implizit beantwortet werden dürfen.


Warum frühere Inhalte heute nicht mehr genügen


Viele ältere Texte auf dieser Seite erklärten:


  • wie man die Notation nutzt,

  • wie man bessere Antworten erhält,

  • wie Halluzinationen reduziert werden können.


Was sie nicht systematisch leisteten, war die explizite Offenlegung der epistemischen Bedingungen.


Heute gilt daher:

Inhalte, die erklären was funktioniert, ohne zu zeigen warum es gelten darf, sind didaktisch nicht mehr ausreichend.

Das macht sie nicht falsch – aber unvollständig.


Die neue Governance-Schicht: sichtbar, nicht neu


Die heute verwendete Normschicht mit Markern wie ::A, ::P, ::B und ::H wurde nicht „eingeführt“, sondern sichtbar gemacht:


  • ::A klärt, welche Bedeutung überhaupt gemeint ist

  • ::P macht Unsicherheit explizit

  • ::B legt Perspektive und mögliche Verzerrung offen

  • ::H beantwortet die entscheidende Frage: Warum darf das gesagt werden?


Ergänzt durch:


  • klare Geltungsrahmen ([...])

  • prüfende Aussagen (q)

  • explizite Attribution (@)


Damit wird jede nicht-triviale Aussage prüfbar – auch für Außenstehende.


Was sich dadurch ändert – und was nicht


Die Schloemer::Notation ist kein neues Tool geworden. Sie ist strenger geworden. Nicht im Sinne von Einschränkung, sondern im Sinne von Verantwortung. Künftig reicht es nicht mehr, dass etwas plausibel klingt oder gut funktioniert. Es muss begründbar, verortbar und transparent sein.


Warum diese Klarheit notwendig ist


Generative KI wird zunehmend:


  • in Entscheidungsprozesse eingebunden,

  • in Suchsystemen zitiert,

  • als Autorität wahrgenommen.


In diesem Kontext reicht es nicht, „gute Antworten“ zu erzeugen.

Bedeutung ohne Legitimation ist kein Wissen –sondern Risiko.

Ein neuer Anfang aus Konsequenz


Dass viele Inhalte auf schloemer-cms.de neu formuliert oder ersetzt werden, ist kein Marketing-Manöver. Es ist die logische Folge eines Systems, das erwachsen geworden ist.


Nicht mehr: „So kannst du KI besser steuern.“ Sondern: „So wird Bedeutung kontrolliert, begründet und verantwortbar gemacht.“


Das ist der Anspruch, an dem sich alles Weitere messen lassen muss.

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